Donnerstag, 10. Januar 2013

Neue Bee Gees-CD-Box

Anlässlich Barry Gibbs Mythology-Tour durch Australien und Neuseeland werden von Festival Records die ersten beiden Bee Gees-Alben 'The Bee Gees Sing And Play 14 Barry Gibb Songs' und 'Spicks And Specks' in einer Box wiederveröffentlicht. Eine dritte CD enthält das Album 'Turn Around, Look At Us', ein Album, das Dowunder erschien, als die Gibbs ihre internationale Karriere in England ins Rollen gebracht hatten.

Die CDs sollen in sogenannten LP-Replicas, also den ursprünglichen Vinylalben nachempfundenen Papphüllen, enthalten sein. Ein 8-seitiges Booklet mit Liner Notes des australischen Musikjournalisten Glenn A. Baker und raren Fotos von Mark Crohan soll die Box vervollständigen.

Interessant die Meldung, dass die Alben alle remastered wurden. Das ist natürlich Quatsch, denn das gesamte Material der Gibbs aus Australien liegt ausschließlich in Mono vor und lässt sich somit nicht remastern. Man kann nur hoffen, dass Festival Records auf originale Masterbänder zugreifen und die CDs von diesen herstellen kann. Das könnte schon für einen klanglichen Unterschied zu all den Billigcompilations der letzten 40 Jahre sorgen.


Diese Box wird am 1. Februar ausschließlich in Australien und Neuseeland erscheinen.

Gleichzeitig veröffentlicht Warner Music Australia eine Best-Of-CD mit dem Titel 'Morning Of My Life The Best Of 1965-66', die 24 Titel enthalten soll, auch solche, die einst auf dem legendären 'Inception/Nostalgia'-Album erschienen sind.

Das klingt zwar alles sehr schön, ist aber nur für beinharte Fans von Interesse, denn das komplette Material der Bee Gees aus ihrer australischen Zeit war bereits 1998 auf einer Doppel-CD mit dem Titel 'Brilliant From Birth' erschienen. Man braucht diese neuen CDs also eigentlich nicht. Für Sammler geht da aber kein Weg dran vorbei. Sobald ich Infos habe, wie man auch in Europa an diese neuen Veröffentlichungen gelangen kann, werde ich darauf wieder eingehen.

Und noch eine traurige Nachricht: GSI meldet den Tod von Trevor Gordon, einst ein Teil des Duos Marbles, das mit einigen Gibb-Kompositionen 1968/69 in Europa recht erfolgreich war und mit 'Only One Woman' einen respektablen Hit landen konnte. Trevor Gordon wurde 64 Jahre alt.

Kommentare:

  1. Größeres Bild und Trackliste hier: www.redeye.com.au/beegees_preorder.asp

    Remaster geht auch bei Mono, das ist ja nichts anderes als ein neues Überspielen von den Originalbändern, eventuell mit der einen oder anderen Nachbearbeitung, wie Rauschminderung usw.

    Remixen geht natürlich bei Mono eigentlich nicht, obwohl bei den Beach Boys neuerdings sogenannte "Stereo Extraction Mixes" von Monoaufnahmen aufgetaucht sind, die wirklich super klingen. Kein elektronisches Stereo ("Duophonic"), sondern echte Kanaltrennung.

    Man macht ja sogar aus 2D-Filmen 3D-Versionen, die dem Kinobesucher dann teurer verkauft werden, ha ha ha ...

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  2. Danke für den Link, Frankie Valli.

    Was du verwechselst ist das Audio-Mastering mit dem technischen Mastern, dem letzten Vorgang, der vor dem eigentlichen Pressvorgang des Tonträgers durchgeführt wird.
    Unter Audio-Mastering, bzw -Remastering versteht man die Erstellung eines Raum- bzw. Stereoklangs, weswegen man für diesen Arbeitsschritt wenigstens 2 Spuren, also einen Stereoklang, braucht.
    Neu überspielt, von den Originalbändern im besten Fall, wird aber immer. Das allein bringt nicht selten schon eine deutliche Klangverbesserung, egal ob Mono oder Stereo, ist aber ein Arbeitsschritt, der vor dem Mastern/Remastern ausgeführt wird.

    Rauschminderung oder sonstige Klangveränderungen des originalen Materials, haben allerdings nichts mit dem Remastern zu tun. Hier werden Filter eingesetzt, die dem Remastern eher abträglich sind. Auch die heute übliche Audiokompression, die eingesetzt wird, um Musik radiotauglicher zu machen (und die leider auch bei den remasterten ersten drei Bee Gees-Alben eingesetzt wurde), ist eine Bearbeitung, die an die frühere Loudness-Funktion bei Verstärkern erinnert, bei der das Audiomaterial erst nach dem Mastern/Remastern (im Grunde) verzerrt wird und in vielen Fällen das Remastern hinfällig macht. Leider.

    Das technische Mastering, das die Erstellung einer Matritze (für Schallplatten) oder eines Glasmasters (für CDS) beinhaltet, muss nach einem Audiomastering natürlich in jedem Fall (neu) gemacht werden. Dies hat aber nichts mit dem Remastern zu tun und ändert nichts an der Klangqualität.

    Stereo Extraction Mixes klingen für mich als hätte man die Frequenzen aufgesplittet. Ganz furchtbar, ehrlich gesagt. Keine Ahnung, wie die das machen. Im Übrigen könnte man diese neuen Stereoaufnahmen dann auch remastern, weil man nun, aus ehemalige Monoaufnahmen, neue, mehrspurige produziert hat. (Das hat mit dem originalen Material aber nicht mehr viel zu tun - finde ich.)

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  3. Ich denke, dass früher bei einem Großteil der Wiederveröffentlichungen eben nicht auf Originalbänder zurückgegriffen wurde. Heute ist das bei den digitalen 1:1-Kopien sicher anders. Bear Family, Ace u. a. Labels haben vor allem deshalb gute Verkaufszahlen, weil sie wirklich nach den Originalen forschen und diese dann veröffentlichen.

    Wahrscheinlich hast du die Beach Boys "Stereo Extraction Mixes" noch nicht gehört. Sie sind auf den Remaster-CDs von 2012 zu finden. Von "furchtbar" kann wirklich keine Rede sein. Wie gesagt, ein SEM ist nicht das übliche elektronische Stereo, das durch millisekunden-kurze Zeitverzögerung auf den beiden Kanälen (bei Capitol hieß das "Duophonic") oder zusätzlich durch Frequenzsplitten ("re-channelled for stereo") erreicht wurde.

    Bei der Single-Version von Good Vibrations gab's z.B. zwar die Instrumental-Multitracks, aber die Vocals nur in Mono. Mit irgendeiner Trickserei, zu der sicher auch Frequenzsplitten gehört, wurden die Stimmen getrennt und sind in echtem (na ja, sagen wir zu 99% echtem) Stereo zu hören. Zusammen mit dem Stereo-Instrumental-Track hört sich alles wirklich super an. Überhaupt sind auf den 2012 Remasters ja viele Beach Boys-Alben erstmals in echtem, neu remixten Stereo erschienen. Ein Traum für einen Stereo-Fetischisten wie mich -- und ein Grund, sich den Stoff zum 4. oder 5. Mal zu kaufen ...

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  4. Du hast völlig recht. Selbst die Polydor Bee Gees-CDs aus den 80ern wurden nicht von den originalen Masterbändern gezogen. Polydor hatte keinen Zugriff auf die Bänder, die damals im RSO-Archiv lagerten. Erst 1989 durfte Polydor für die Tales-Box auf diese Bänder zugreifen.

    Ich habe gar nix gegen schöne Musik in Stereo, aber ich denke Musik ist immer auch Zeugnis ihrer Zeit. Und ist diese Musik nur in einem Monomix vorhanden, dann sollte man dies so auch belassen. Ich halte nichts von nachträglicher Vergangenheitsverschönerung. Ich glaube dir gerne, dass sich das schön anhört und ich werde mal in so ein Album reinhören, jetzt wo du mich darauf aufmerksam gemacht hast. Bin mal gespannt.

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  5. Hallo ich hoffe mir kann hier jemand weiter helfen? Ich bin im Besitz einer Bee Gees Vinyl Box mit 6 Lp´s die Box ist schwarz und mit einem Lila Deckblatt wo nur Bee Gees drauf steht. Es sind folgende Platten drin enthalten: "Bee Gees´1st, Life in a thin can, Horizontal, Main Course, Trafalgar, Children of the World". Plattenlabel ist RSO Leider kann ich diese Box im netz nicht finden. Um welche handelt es sich hier? Bedanke mich schonmal im voraus.

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