Mittwoch, 5. November 2014

Mit ein wenig Verspätung

Mit ein wenig Verspätung (wegen einer Reise in die Heimat), nun einige News, die teilweise gar nicht mehr so neu sind.
Z.B.: Robin Gibbs posthumes Album 50 St. Catherine's Drive ist nach nur einer Woche aus sämtlichen Charts wieder rausgeflogen. Zwar haben Dwina und RJ reichlich Promotionarbeit im Vorfeld der Veröffentlichung geleistet, doch die einzige wirklich wirksame Werbemaßnahme ist nun einmal der Liveauftritt des Künstlers selbst. Ein Grund, warum Plattenfirmen ungern posthume Alben veröffentlichen (wenn es nicht gerade eines von Jimi Hendrix oder John Lennon ist).
Dass das allen Beteiligten klar war, zeigt ein öffentlicher Aufruf RJs an die Fans, mit der Bitte um Unterstützung, da mit Werbemaßnahmen seitens der Plattenfirma nicht mehr zu rechnen ist:

'Hello guys, this is a request to pass on the news of the release of 50 St. Catherine's Drive to everyone and anyone you know or who is a fan. The PR needs this boost. As it stands the promotion is lacking and don't even get me started on the reasons why. So I thought who better than the loyal fans to get behind my father's final work to try and give it the recognition it deserves. Saturday Night Fever had no advertisement and it was only word of mouth that shot it to blockbuster status, if you want to help in the same vein then start spreading the news. Also I have an extensive amount of my own music to publish and of work myself and my father created together so if there are any agents, good PR officers and pluggers, then now is the time to rear your head,
I would love to hear from you,
Best wishes'.
RJ
Marilyn McCoo
Dieser Tage ist 50 St. Catherine's Drive auch in Japan erschienen. Sobald die CD mich erreicht (angeblich morgen), werde ich den Bonustrack hier für 5 Tage zum Download anbieten.

Bereits zum Downloaden bereit befinden sich dort zwei seltene und interessante Coverversionen, die mir ein unermüdlicher Gibbcoverversionensammler freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat.
Dabei handelt sich um eine Versiuon des 79er-Songs 'Search, Find' einer gewissen Eloise Laws, deren Version von 1980 mir 100mal besser gefällt, als die Falsettversion Barry Gibbs.
Bis dato ebenso unbekannt war mir Marilyn McCoo, die 3 Jahre später die Gibb-Komposition 'Heart Stop Beating In Time', 1982 bereits von Leo Sayer als Single veröffentlicht, für ihr Album Solid Gold eingespielt hat. Beide Versionen gibt es hier zum Download.

Neues gibts auch von Barry Gibb: nachdem T.G. Sheppard bereits vor 8 Jahren eine Zusammenarbeit mit Barry Gibb in Form eines Duetts angedeutet hatte (Barry Gibb mit T.G. Sheppard im Studio?), Sheppards Duettalbum dann 3 Jahre später jedoch ohne ein solches erschienen ist, verkündet T.G. Sheppard nun in einem Interview, er habe für ein kommendes Album die Barry Gibb-Komposition 'Midnight In Memphis' an Land gezogen.


Kommentare:

  1. Mir ist das irgendwie neu, daß Plattenfirmen nur ungern posthume Alben veröffentlichen. Nach dem Tod von Eva Cassidy sind posthum 9 oder 10 Alben erschienen, die sich insgesamt über 10 Millionen Mal verkauften. Auch die posthum veröffentlichten Alben von Amy Winehouse, Johnny Cash und Michael Jackson waren Renner...
    Daß sich Robin Gibbs posthum veröffentlichtes Album nicht verkaufen würde, stand doch schon vorher fest, da ja auch seine zu Lebzeiten veröffentlichten Alben ausnahmslos floppten.
    Tja und dann ist da natürlich wieder die Aussage meines speziellen Freundes RJ Gibb, der sich wieder einmal zu einem Thema äußert, von dem er absolut keine Ahnung hat. Die Zeit von Saturday Night Fever hat dieses Jüngelchen nämlich gar nicht miterlebt, weil er zu der Zeit noch gar nicht geboren war. Saturday Night Fever bekam damals eine ganz normale Werbung. Mehr war auch absolut nicht nötig, weil die Bee Gees sowieso in den Charts waren (1. mit dem Live-Album und 2. mit den Singles Boogie Child und Edge of the Universe), und weil die vorab veröffentlichte Single How deep is your love sowie schon der absolute Hammer war.

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    1. Natürlich gibt es Ausnahmen, besonders, wenn Musiker auf dem Höhepunkt ihrer Karriere das Zeitliche segnen, kann das funktionieren. Eva Cassidy ist da allerdings kein gutes Beispiel, denn sie hatte zu Lebzeiten kaum Alben verkauft und wurde erst 4 Jahre nach ihrem Tod durch den Einsatz zweier ihrer Songs im britischen Fernsehen, einem breiten Publikum bekannt - auch durch prominente Fürsprache wie etwa durch Eric Clapton oder Paul McCartney. Die Plattenfirmen reiben sich da dann natürlich die Hände, wenn sie noch unveröffentlichtes Material im Giftschrank haben.
      Das könnte auch einem Robin Gibb passieren, entspringt aber eher dem Zufall.

      Amy Winehouse' posthumes Album erschien nur wenige Wochen nach ihrem Tod auf dem Höhepunkt ihrer Bekanntheit und all der Trubel um sie und ihr Leben (weniger ihrer Musik) war mehr Promotion, als es einer Plattenfirma möglich wäre, auf die Beine zu stellen.
      Ähnliches gilt für Johnny Cash, bei dem der Kultstatus noch dazu kam. Und Michael Jackson und seine hysterischen "Fans" sind sowieso ein Kapitel für sich.

      Ich persönlich fand es gut, das Dwina und RJ die Trauer um Robin Gibbs Tod nicht sofort in bare Münze umgewandelt haben und sich mit der Veröffentlichung des Albums Zeit gelassen haben, bis man als Fan (aber auch als neutraler Hörer) die Möglichkeit hatte, die persönliche Note, die Robin Gibb diesem Album verliehen hat, auch wirklich zu erfahren. Diese wäre in Trauerzeiten völlig untergegangen.

      Trotzdem sind für Plattenfirmen Alben, die ein Musiker nicht selbst promoten kann, Totgeburten. Und wie man aus den Credits des Albums herauslesen kann, liegt das (finanzielle) Risiko des Albums bei den Nachlassverwaltern und nicht bei der Plattenfirma. Und es ist schon bezeichnend, dass das kleine Isle Of Man Postamt mit seinen Briefmarken mehr Promotion für das Album gemacht hat, als die Plattenfirma.

      Und was RJ Gibb angeht, so hat er genau das gesagt, was auch du sagst: Es gab für den Soundtrack praktisch keine Werbung. Und nur durch Mund-zu-Mund-Propaganda (und natürlich durch den Film selbst) wurde das Album zu einem Megaseller. Ich glaube nicht, dass man das miterlebt haben muss, um es zu wissen. Das ist Musikgeschichte.
      Und sicher ist RJ auch klar, dass 50 St. Catherine's Drive keine Musikgeschichte schreiben wird. Aber ich denke, die Bitte, das Album weiter zu empfehlen und so seine Bekanntheit zu vergrößern, und es ein wenig länger im Gespräch zu halten, ist legitim und wünschenswert (ich persönlich habe es schon zweimal verschenkt). Immerhin waren er und Dwina es, die uns dieses Album erst möglich gemacht haben. Warner hätte dieses Album aus eigenem Antrieb heraus niemals veröffentlicht!

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